
Burnout in der Psyche: Was passiert – und wie finde ich heraus?
Burnout ist weit mehr als nur Müdigkeit oder Erschöpfung nach einer anstrengenden Phase. Es ist ein tiefgreifendes psychisches Geschehen, das unser Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Wenn du vom Burnout betroffen bist, weißt du wahrscheinlich: Die inneren Prozesse fühlen sich überwältigend und oft schwer greifbar an. Doch: Verständnis ist der erste Schritt zur Veränderung. Lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, was in der Psyche beim Burnout geschieht – und was du dagegen tun kannst.
Vom Enthusiasmus zur totalen Erschöpfung
Am Anfang steht häufig voller Einsatz, Idealismus und ein hoher Anspruch an sich selbst. Man will etwas bewegen, leidenschaftlich sein, einen Unterschied machen. Doch wenn die Anforderungen zu hoch werden (meistens sind die Anforderungen an sich selbst zu hoch) und echte Erholung ausbleibt, beginnt eine Spirale, die immer tiefer führt: Frustration und Enttäuschung nehmen zu, Freude und Sinnhaftigkeit treten in den Hintergrund. Die Psyche durchläuft dabei mehrere Stadien.
Zunächst sind da emotionale Erschöpfung und Leere. Die eigene Kraft scheint versickert zu sein, stattdessen dominieren Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Überforderung. Viele ziehen sich innerlich zurück – manchmal sogar von nahestehenden Menschen. Um nicht zu zerbrechen, entsteht eine Art emotionale Schutzmauer: Arbeit, Familie, Freunde werden mit Distanz betrachtet, Zynismus kann aufkommen. Schließlich leidet auch die Leistungsfähigkeit. Das Gedächtnis streikt, Entscheidungen fallen schwer, Fehler schleichen sich ein – und das Selbstvertrauen sinkt weiter.
Innere Antreiber: Wenn Glaubenssätze uns antreiben (und ausbremsen)
Hinter Burnout stecken oft unbewusste Überzeugungen, die wie ein innerer Motor wirken: „Ich muss immer perfekt sein.“ „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ „Nur wenn ich alles gebe, bin ich wertvoll.“ Diese Glaubenssätze können enorm antreiben – aber auch verhindern, dass wir notwendige Grenzen ziehen und rechtzeitig für Pausen sorgen. Vielleicht erkennst du solche Sätze bei dir wieder?
Körper und Psyche: Ein Wechselspiel mit Folgen
Burnout zeigt sich nicht nur im Kopf. Psychische Belastungen gehen oft mit körperlichen Beschwerden einher: Schlafstörungen, Verspannungen, Magenprobleme oder ein geschwächtes Immunsystem sind keine Seltenheit. Umgekehrt beeinflusst dauerhafte körperliche Erschöpfung unser seelisches Befinden – ein Kreislauf, der sich gegenseitig verstärken kann.
Stress – der stille Brandbeschleuniger
Dauerhafter Stress sorgt für eine regelrechte Überflutung des Körpers mit Stresshormonen wie Cortisol. Das emotionale Gleichgewicht gerät aus dem Lot, die Fähigkeit zur Erholung sinkt, Angst und depressive Verstimmungen nehmen zu. Viele Betroffene spüren irgendwann nur noch Leere und haben das Gefühl, sie „funktionieren“ nur noch.
Was kannst du tun? Wege aus der Erschöpfung
Burnout ist kein unausweichliches Schicksal. Du kannst aktiv deine psychische Widerstandskraft stärken und den Weg aus der Belastung zurück ins Leben finden – Schritt für Schritt. Hier einige Ansatzpunkte, die sich in der Therapie bewährt haben:
Glaubenssätze hinterfragen
Mache dir bewusst, welche inneren Überzeugungen dich antreiben – und bremse dabei auch hinderliche Muster aus. Erforsche, wann diese Glaubenssätze entstanden sind und welche Gefühle damit verbunden sind. Das ist nicht mit einmal Erkennen getan, denn die Glaubenssätze sind hartnäckig. Meine Erfahrung zeigt, dass es in Begleitung durch Therapeuten immer leichter ist, allem, was damit verbunden ist zu begegnen und so Veränderungen Schritt für Schritt zu etablieren.
Positive Affirmationen machen dich im ersten Schritt nicht glücklich, weil deine Psyche diesen Sätzen ohnehin nicht glaubt. Somit befeuerst du die negativen Glaubenssätze nur noch. Das liest sich sicher ungewohnt, macht aber Sinn. Lass und gerne dazu sprechen.
Stressfaktoren erkennen und ernst nehmen
Achte genau darauf, welche Situationen, Aufgaben oder Menschen dich besonders belasten. Erlaube dir, freundlich aber klar „Nein“ zu sagen und deine persönlichen Grenzen zu schützen.
Eigene Bewältigungsstrategien entwickeln
Coping bedeutet: gesunde Wege finden, mit Belastung umzugehen. Das können Gespräche mit vertrauten Menschen sein, das Schreiben eines Tagebuchs oder kreatives Ausleben. Jeder Mensch braucht individuelle Wege – finde heraus, was dir gut tut.
Achtsamkeit im Alltag üben
Achtsamkeit im Alltag unterstützt dich dabei, eigene Bedürfnisse und Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen.
Soziale Unterstützung suchen
Du musst nicht alles allein schaffen. Sprich mit Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen über dein Erleben. Und: Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen ist immer ein Zeichen von Stärke – etwa durch eine Therapeutin, einen Coach oder Selbsthilfegruppen.
Selbstfürsorge und Abgrenzung leben
Nimm dir bewusst Zeit für dich selbst. Pflege deine Hobbys, genieße Momente der Ruhe und Erholung – ganz ohne schlechtes Gewissen. Und gestehe dir zu: Perfektion ist nicht das Ziel. Wir dürfen Schwäche zeigen, Fehler machen und uns trotzdem lieben.
Burnout ist ein schleichender Ausnahmezustand der Seele – doch du bist ihm nicht machtlos ausgeliefert. Indem du aufmerksam deine eigenen Muster erkennst, neue Denk- und Verhaltensweisen entwickelst und gezielt für Entspannung und Unterstützung sorgst, kannst du die Wende schaffen. Es gibt wirksame Wege zurück zu mehr Lebensfreude und innerer Balance.
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Ich empfehle dir von Herzen: höre auf zu funktionieren und auszuhalten. Mache dich sanft, aber bestimmt auf den Weg der Veränderung. Dir zuliebe. Ich stelle mich gerne an deine Seite und begleite dich.
Du bist nicht allein – und der erste Schritt beginnt mit dem Vertrauen in dich selbst.